Rente des Todes wegen

Was steht Hinterbliebenen, Witwen und Waisen zu?

Wenn ein Partner, Ex-Ehepartner oder die Eltern sterben, dann haben die Hinterbliebenen Anspruch auf Rente des Todes wegen. Sie soll die Betroffenen finanziell unterstützen. Je nachdem wer gestorben ist und ob es gemeinsame Kinder gibt, greift eine andere Hinterbliebenenrente. 

Aber welche verschiedenen Renten gibt es und welche Voraussetzungen gelten, um sie zu erhalten?

Witwen- oder Witwerrente

Stirbt ein Ehepartner oder eingetragener Lebenspartner, dann steht dem noch lebenden Partner unter bestimmten Voraussetzungen Witwen- bzw. Witwerrente zu.
Der verstorbene Partner muss dafür die sogenannte “allgemeine Wartezeit” erfüllt haben, also mindestens 5 Jahre lang in die Rentenversicherung eingezahlt haben. Außerdem muss die Ehe (oder natürich auch eine eingetragene Lebenspartnerschaft) zum Zeitpunkt des Todes mindestens seit einem Jahr bestehen.
Der überlebende Partner, also die Witwe oder der Witwer, darf wiederum nicht erneut geheiratet haben (bzw. eine neue Lebenspartnerschaft begründet haben).

Bei der Witwen-/Witwerrente wird zudem unterschieden zwischen der großen und der kleinen Witwenrente. Die Große erhalten die überlebenden Partner, wenn sie:

  • das 47. Lebensjahr vollendet haben oder
  • ein Kind erziehen oder
  • erwerbsgemindert sind

Die Kleine erhalten die überlebenden Partner, wenn Sie

  • jünger als 47 Jahre sind und
  • nicht erwerbsgemindert und
  • kein Kind erziehen

Die kleine Witwen-/Witwerrente wird maximal 24 Kalendermonate gezahlt, die Große hingegen unbegrenzt (also bis der überlebende Partner auch verstirbt oder eine neue Ehe bzw. Lebenspartnerschaft eingeht).
Die Höhe der Rente wird aus den sogenannten “rentenrechtlichen Zeiten” des verstorbenen Partners berechnet. Die kleine Witwen-/Witwerrente beträgt 25 % der Rente des Verstorbenen. Bei der Großen sind es 55 % (60 % sogar, wenn das Paar vor 2002 geheiratet hat und ein Ehepartner (bzw. eingetragener Lebenspartner vor dem 02.01.1962 geboren wurde).

Waisenrente

Nicht nur den Ehepartnern eines Verstorbenen steht eine Rente zu. Auch Kinder sind evtl. Anspruchsberechtigt. Hier wird zwischen der Halbwaisenrente (bei Verlust eines Elternteils) und der Vollwaisenrente (bei Verlust beider Eltern) unterschieden.
Auch hier besteht der Anspruch der hinterbliebene Kinder, wenn der verstorbene Elternteil die allgemeine Wartezeit erfüllt hat.

Grundsätzlich kann Waisenrente bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres bezogen werden. Unter bestimmten Voraussetzungen ist es möglich diese Rente bis maximal zur Vollendung des 27. Lebensjahres zu erhalten, wenn:

  • das hinterbliebene Kind sich in einer Schul- oder Berufsausbildung befindet
    oder
  • es ein freiwilliges soziales oder ökologisches Jahr beziehungsweise einen Bundesfreiwilligendienst ableistet
    oder
  • sich wegen körperlicher, geistiger oder seelischer Behinderung nicht selbst unterhalten kann.

Leistet das Kind freiwilligen Wehrdienst, hat es keinen Anspruch auf Waisenrente.
In bestimmten Fällen kann auch über das vollendete 27. Lebensjahr eine Waisenrente gezahlt werden: Wenn sich das Kind in beruflicher Ausbildung befindet und sich die Ausbildung aufgrund eines gesetzlichen Wehr- oder Zivildienstes oder eines gleichgestellten Dienstes verzögert oder unterbrochen werden musste. Für die Zeit der Unterbrechung würde dann der Waisenrentenanspruch über das 27. Lebensjahr hinaus bestehen (derzeit besteht in Deutschland aber keine Wehrpflicht).

Steuerliche Probleme durch das "Berliner Testament"?

Das sogenannte “Berliner Testament” ist eine der gängigsten Regelung im Erbrecht. Ehepartner setzen sich gegenseitig als Alleinerben ein und die Kinder erben erst nach dem Tod des zweiten Ehepartners. Diese Variante ist sogar gesetzlich verankert im § 2269 BGB und bietet wahrscheinlich, zumindest für den länger lebenden Ehepartner, das geringste Potential für Stress und Streitigkeiten.

Sofern die Vererbenden aber Vermögen, auch in Form von Immobilien, an die nächste Generation weitergeben können, werden durch diese Variante höchstwahrscheinlich die erbschaftssteuerlichen Freibeträge nicht optimal ausgenutzt, wodurch eine hohe Erbschaftssteuerbelastung entstehen kann.

Der aktuelle Erbschafts- bzw. Schenkungssteuer freie Betrag beträgt bei Kindern 400.000,00 € pro Elternteil. Wenn also ein Elternteil stirbt und aufgrund des “Berliner Testaments” erst einmal der überlebende Ehepartner erbt, gehen die Kinder leer aus und der Freibetrag ist “verschenkt”. Im zweiten Erbfall, wenn also irgendwann auch der zweite Elternteil verstirbt, ist das Vermögen für die erbenden Kinder doppelt so hoch und übersteigt, insbesondere bei Immobilienvermögen, möglicherweise die Freibeträge, sodass Erbschaftssteuern entstehen, die durch geschicktere Verteilung hätten vermieden werden können.

Natürlich können Sie von mir keine steuerliche oder rechtliche Beratung erhalten, da ich weder Steuerberater noch Rechtsanwalt bin. Wir können uns aber, gern gemeinsam mit einem Anwalt und/oder Steuerberater Ihres Vertrauens, über die bestmögliche Verteilung Ihres Vermögens, Ihrer Vermögensanlagen mit HInterbliebenenschutz, eventueller vorzeitiger Schenkungen an Ihre Nachkommen, etc. unterhalten, um sowohl für Sie die beste Absicherung im Alter, als auch für Ihre Familie den besten Schutz vor unerwartet hohen Steuerforderungen zu gewährleisten. Lassen Sie uns einen gemeinsamen Termin vereinbaren: 

Das Handelsblatt berichtete am 19.01.2024 über eine Entscheidung des Bundesfinanzhofs (BFH), die viele Immobilienerben freuen dürfte:
Wer eine Immobilie aus dem Nachlass einer Erbengemeinschaft verkauft, muss auf den Gewinn keine Einkommensteuer zahlen (Az.: 26.09.2023 – IX R 13/22)

Sowohl Erich Nöll, Geschäftsführer des Bundesverbands Lohnsteuerhilfevereine (BVL), als auch Daniela Karbe-Geßler vom Bund der Steuerzahler (BdSt) begrüßten das Urteil. Den Link zum ganzen Artikel finden Sie nebenstehend.

Michael Schmidt
Bachelor of Arts (B.A.), Immobilienmanagement
Geprüfter Fachmann für Versicherungsvermittlung (IHK)
-Kundenbetreuer-

INTER Versicherungsgruppe
Republikstraße 45
39218 Schönebeck (Elbe)

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